Inschrift Heimat

Großes Volkstheater

 

Badisches Staatstheater Karlsruhe

24. Juni 2017, Uraufführung, Großes Haus

15.02. - 23.02.2017, Forschungsstation am Alten Schlachthof 

Foto: Felix Grünschloß

Aus einer alltäglichen und scheinbar einfachen Beziehung zwischen Mensch und Raum entsteht das Phänomen Heimat. Es kann wahnhafte Projektion oder erfahrbare Realität sein. Je länger jemand an einem Ort verweilt, je stärker seine emotionale Bindung an diesen ist, desto mehr Spuren zeichnen sich in sein Gehirn. Diese winzigen Inschriften bündeln sich milliardenfach in unserem Gedächtnis und erzeugen in uns das wohlbekannte Gefühl, zu Hause zu sein. Was ist Heimat heute? Welche Heimaten gibt es? Wie schreiben sie sich, ob positiv oder belastend, in unsere Leben ein? Und wie gestalten wir sie? Welche Spuren hinterlassen wir?

 

In diesem außergewöhnlichen Volkstheater-Projekt stehen 25 KarlsruherInnen und ein deutsch-japanischer Chor auf der Bühne des Großen Hauses. Die Sound-Komposition kreiert Atmosphären aus Klangfragmenten, die an Heimat erinnern. Frösche im Wald, Grillen oder gespannte Taue am Hafen werden abstrahiert und neu arrangiert. Im Zusammenspiel mit Szenografie, Musik und DarstellerInnen entstehen eindrückliche Szenen.

Im Vorfeld der Inszenierung zog das Team mit einer mobilen Forschungsstation durch den Karlsruher Stadtraum und machte an fünf Stationen Halt. In Interviews wurden Begriffe, Vorstellungen und Bedeutungen von Heimat im Hier und Jetzt gesammelt. Zum Abschluss einer jeden Station wurde eine Zwischenpräsentation inszeniert. Am Alten Schlachthof thematisierte eine Sound Installation das Umherirren zwischen alter und neuer Heimat.

 

Mit: Bürgerinnen und Bürgern aus Karlsruhe & Deutsch-Japanischer Chor Karlsruhe „Der Flügel“

Regie: Beata Anna Schmutz, Eric Nikodym

Bühne & Kostüme: Susanne Hiller, Nicolas Rauch

Musik: Friedrich Greiling 

Postproduktion Video: Karolina Serafin

Texte: Christopher Kriese

Dramaturgie: Judith Heese

 

Sound Art Forschungsstation am Alten Schlachthof und Großes Haus: Felicitas Wetzel