[ˈʃprɛçn̩ ]

Kostüme, Mitarbeit Raum und Mitarbeit Sound

Uraufführung von und mit Onur Ağbaba, Wicki Bernhardt, Patricija Katica Bronić und Tümay Kılınçel

 

Junges Nationaltheater Mannheim

Premiere: 18. Oktober 2019

Foto: Christian Kleiner/Junges Nationaltheater Mannheim, Hannah Cooke

Der Raum blubbert und gluckst. Leise raschelt ein großer Wurm. Der Wurm wächst und wächst und wird am Ende zu einem Tunnel. Zwei Menschen kriechen daraus hervor und beginnen den Raum zum Klingen zu bringen: Es schleimt und platscht und seufzt und grölt - ganz zart. Während sich der Raum nach und nach mit Leben, Geräuschen, Menschen und Interaktion füllt, kommt doch das erste Wort erst spät in diese Landschaft. Und wenn es kommt, dann beginnt es die eigenen Bedeutungen zaghaft und spielerisch zu hinterfragen. Dinge werden umbenannt, Worte lassen Leerstellen entstehen, Sätze werden zu Klängen, Sitzbänke zu Buchstaben und Selbstbeschreibungen zur Selbstermächtigung. Und während sich der Raum dreht, trifft sich das Publikum und der Buchstabenwolke und die ÅBÇ‘s, وŞØ,‘s, ÑพЯ‘s, ÚŁש’s werden aus einer neuen Perspektive sichtbar.

»[ˈʃprɛçn̩ ]« ist ein Stück für alle, die die Neugierde besitzen den merkwürdigen Gegenstand Sprache zu erkunden. Sprache als Sammelbecken von Ausdrucksmöglichkeiten, Austausch und verbindendes Mittel. Aber auch als System des Ausschlusses, der Gewalt und der Unterdrückung. Denn als ein Code, der die Menschen verbindet, hat Sprache die Kraft zu kreieren, sichtbar zu machen, zu verschweigen, zu wahren und auch zu erzwingen. »[ˈʃprɛçn̩ ]« ist sachte, leise, irritierendend, poetisch und vielstimmig. Und am Ende steht die Aufforderung die Dinge zu benennen - in welchem Sprachcode auch immer: Was wolltest Du schon immer einmal sagen?

 

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