Performing Family

Junges Nationaltheater Mannheim

Bühne und Kostüm

Premiere 10. Oktober 2020

Das künstlerische Team um die Theatermacherin Wera Mahne hat Menschen aller Altersgruppen gebeten, davon zu erzählen, was sie mit Familie verbinden. Aus den geführten Gesprächen und den geteilten Geschichten entstand ein Theaterstück, welches danach fragt, was Familie bedeutet, wie Familie definiert sein könnte. 

Der Raum kreiert eine Szenerie für Versuche über Familie. In der Mitte der Bühne steht ein gläserner, zweigeteilter Raum. Er erinnert an ein Terrarium, das zum Beobachten von Lebensformen einläd. Dieser Raum wird auf unterschiedliche Weise genutzt, als Wohnraum, als digitaler Raum eines Youtube-Videos oder als Projektionsfläche. Drum herum ist ein buntes Sammelsurium von Gegenstände, wie ein Sonnenschirm, ein großer Eisaufsteller, eine Zimmerpflanze, eine Mülltonne, ein Wäschehaufen oder eine Telefonzelle. Anhand dieser Fragmente können Szenen gebaut und unterschiedlichste Familiengeschichten erzählt werden. Die Szenografie greift die Methode der Sandspieltherapie auf und vergrößert sie in den 1:1 Raum. Bei dieser Therapieform werden in einem Sandkasten anhand unzählinger Spielfiguren und Gegenstände im Sand innere Bilder dargestellt und analysiert.

 

Das Kostüm besteht aus drei Elementen: einem festlichen Grundkostüm, einem Kleidungsstück zum Überziehen und einem T-Shirt. Die Performer:innen haben sich für ein Familienfest schick gemacht. Das Kleidungsstück zum Überziehen ist aus einem speziell gestalteten Familienstoff geschneidert. Das Muster entsteht aus Fotos von den Gegenständen auf der Bühne. Die T-Shirts vermitteln Privatheit und Intimität, wie man sie nur mit Familienmitgliedern teilt. Darauf sind kindliche Zeichnungen zu sehen, welche weitere Familiengeschichten erzählen. Alle Kostümteile sind Kleidungsstücke und Requisiten zugleich. Sie erzählen davon, wie Familien und Orte jeden Menschen prägen und sich auf seiner:ihrer (zweiten) Haut einschreiben.

Mit Schauspiel, Video und O-Tönen nimmt die Produktion die Diversität von Familiengeschichten und -modellen in den Blick und will nicht nur die eine Familiengeschichte erzählen, sondern viele Perspektiven hör- und sichtbar machen.

Regie: Wera Mahne
Video: Declan Hurley
Dramaturgie: Annalena Küspert   
Kunst & Vermittlung: Annika Mayer   
Regieassistenz: Thomas Paul Mayer   
Regiehospitanz: Lennart Aufenvenne
Mit: Sebastian Reich, Kübra Sekin, Jana Zöll
Übersetzung in die deutsche Gebärdensprache: Tamara Miehlbradt, Ulla Klinkhart

Fotos: Lys Seng/Junges Nationaltheater Mannheim, Felicitas Wetzel
 

www.nationaltheater-mannheim.de

Trailer