Privatleben

Stück von Ulrike Syha

Theaterhaus G7

Bühne und Kostüm

Premiere 26. September 2019

Lutz und Karla begegnen sich als Fremde in einem ICE, landen in derselben Provinzstadt, später im selben Provinzimbiss und schließlich im selben Provinzhotel-Bett. Eine Reise in den Bahnhof der Ehe? Das Stück ist eine Inszenierung des Theaterhaus G7 in Mannheim.

Konzept Bühne: In der Mitte der Bühne steht ein großer, niedriger Sockel. Wir befinden uns im Archäologischen Museum, in dem die Protagonistin Karla arbeitet. Auf dem Sockel sind zahlreiche Gegenstände ausgestellt, Artefakte aus dem Leben der Charaktere. Zu sehen ist beispielsweise ein Kissen aus einem ICE oder ein Stück vertrocknetes Brot aus einem italienischen Restaurant. Anhand der Gegenstände erinnern sich die Hauptfiguren Karla und Lutz an verschiedene Situationen ihres Lebens und erzählen die Geschichte jeweils aus ihrer Perspektive. In der Archäologie wird die kulturelle Enwicklung der Menschheit untersucht. Der Bühnenraum stellt die Frage: Welche Gegenstände aus der Jetztzeit würden in Zukunft an Stationen aus Karlas und Lutz Leben gefunden werden? Dabei greift das Raumkonzept die detailreiche und humorvolle Sprache der Autorin Ulrike Syha auf und übersetzt sie in die Untersuchung der Artefakte.

 

Konzept Kostüm: Neben den Hauptfiguren Karla und Lutz gibt es drei weitere Darsteller:innen, die in unterschiedliche Rollen schlüpfen und Personen aus den Erinnerungen der Protagonisten spielen. Alle Personen sind immer im Raum. Wenn die drei Nebendarsteller nicht in eine Rolle schlüpfen sind sie als Museumspersonal mit der Pflege und Aufsicht der Ausstellung beschäftigt. Sie tragen unterschiedliche Kleidungsstücke in der Farbe Weinrot. So entsteht eine Art Unifom des Museumspesonals, gleichzeitig erzählt ihre Kostümauswahl etwas über ihre jeweiligen Rollen. Lutz sagt über sich selbst, „Ich bin ein langweiliger Mensch.“. Er trägt ein unscheinbares, langweiliges Kostüm. Klara ist sportlich, schick gekleidet, sie stellt die motivierte Mitarbeiterin im Archäologischen Museum dar.

 

Inhalt des Stücks: Lutz Ackermann hat sein Privatleben abgeschafft. Ereignisreich war es ohnehin nie, da lassen sich die frei gewordenen Energien gewinnbringender investieren. In was, muss noch entschieden werden, denn beruflich zeichnet sich keine bemerkenswerte Karriere ab. Die Karriere von Karla hingegen wird von einem Überschuss an Privatleben nachhaltig gebremst. Dabei ist es wirklich illusorisch, dass Rainer, ihr Chef, mit dem sie seit Jahren eine Affäre hat, ihretwegen seine Frau verlässt.

Mit: Mirjam Birkl, Matthias Hecht, Sina Peris, Vincenzo Tatti, Maximilian Wex
Regie: Inka Neubert
Dramaturgie und Musik: Pascal Wieandt

Fotos: Foto: Thomas Tröster, Felicitas Wetzel

www.theaterhausg7.de